Jutta Borchert

  • Geboren 1955 in Stuttgart
  • Dipl.Ing. Agrarwirtschaft
  • Von Anfang der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre im entwicklungspolitischen Bereich, danach im kaufmännischen Bereich tätig
  • Von April 2015 bis April 2018 Betreiberin eines klassischen Weltladens
  • Seit April 2017 Gründerin und Inhaberin der Firma „Neun Grad Fair & Spirit Trade“

 

Schon als kleines Kind hatte ich diese tiefe Sehnsucht in mir, die große weite Welt zu bereisen, andere Menschen und andere Kulturen kennenzulernen. Am Hauptbahnhof habe ich die Züge, die nach Paris, Kopenhagen, Rom – damals alles exotische Orte für mich – beobachtet. Sehnsüchtig habe ich den Flugzeugen, die in andere Kontinente flogen, nachgeschaut. In der Stadtbücherei habe ich alles über fremde Völker und Kulturen gelesen, was dort auffindbar war, und bin auch in einschlägige Museen und Ausstellungen gegangen.

Als erwachsener Mensch durfte ich Ostafrika, den indischen Subkontinent, Australien, Neuseeland, das südliche Afrika und den Nahen Osten bereisen. Jede dieser Reisen hat mich zutiefst beeindruckt und nachhaltig beeinflusst. Meine Großeltern sind niemals aus ihrem eigenen Dorf (und der unmittelbaren Umgebung) herausgekommen. Wir haben mittlerweile die Möglichkeit, Länder zu bereisen, von denen unsere Großeltern noch nicht einmal gehört haben. Unsere Sichtweise auf die Welt hat sich dadurch auf fundamentale Weise geändert. Was passiert beim Reisen?

Entdeckerfreude ist ein schöner Antrieb – aber wohin führt sie? Reisen ist für mich immer mit Hinterfragen verbunden: Hinterfragen von Gewohntem, von Konventionen, von der eigenen Lebensweise. Andere Kulturen sind mir zunächst als faszinierende Gegenwelten erschienen. Durch das Reisen habe ich aber auch erfahren, dass ich Kind einer Überflussgesellschaft bin, während in den meisten Teilen der Welt Hunger und Armut zu den vorherrschenden Lebensumständen gehören. Wie geht man damit um? Meine Antwort darauf war ein langjähriges entwicklungspolitisches Engagement. In der Auseinandersetzung mit Gesellschaftssystemen, Weltwirtschaftsstrukturen und nicht-europäischen Kulturen bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Mit Gründung meiner Firma unterhalte ich Beziehungen zu Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern in mehreren Regionen dieser Welt. Ich bin sehr dankbar, dass es in der heutigen Zeit möglich ist, solche Kontakte zu haben – in Respekt vor der Kultur des jeweils anderen. Ich sehe das als einen Puzzlestein im Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt, die Freiheit für alle Menschen ermöglicht.

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