Neun Grad Philosophie

„Diese Wirtschaft tötet“, ist der wohl bekannteste Satz des derzeitigen Papstes. Er spricht damit eine Wahrheit aus, die wir im Grunde unseres Herzens schon lange kennen. Die Literatur zu diesem Thema ist Legion: von Eduardo Galeano’s „Die offenen Adern Lateinamerikas“ (1971) bis zu Fabian Scheidler’s „Das Ende der Megamaschine“ (2015).

Tiziano Terzani, langjähriger Asien-Korrespondent des Spiegel, schreibt in seinem Buch „Noch eine Runde auf dem Karussel“:

„Der Mensch muss ein neues Bewusstsein seiner selbst, seines Daseins auf der Erde, seiner Beziehungen zu anderen Menschen und zu anderen Lebewesen entwickeln. Dieses neue Bewusstsein muss eine spirituelle Komponente enthalten, die dem zwanghaften Materialismus unserer Zeit etwas entgegenhalten kann. Nur unter diesen Umständen dürfen wir auf eine neue, vertretbare globale Zivilisation hoffen.“

Was können wir als Einzelne, als Gesellschaft tun?

Postwachstum, Degrowth, Freigeld, Grundeinkommen, Gemeinwohlorientierung, Subsistenz, Permakultur, solidarische Landwirtschaft, Dekolonisation, Fairer Handel, Nachhaltigkeit, enkeltaugliche Lebensweise … Die Bewegungen im zivilgesellschaftlichen Prozess forschen und erproben das SUMAK KAWSAY/BUEN VIVIR, das GUTE LEBEN im umfassenden Sinne.

SUMAK KAWSAY

SUMAK KAWSAY ist ein Quechua-Wort, das ist die Sprache der indianischen Völker der Andenländer. Es wird mit „Buen Vivir“ ins Spanische und „Gutes Leben“ ins Deutsche übersetzt. Es ist ein Konzept, das dem westlichen Zivilisations- und Entwicklungsmodell konträr gegenübersteht. Entstanden aus einer tiefen ökonomischen und gesellschaftlichen Krise vor etwa 10 Jahren in den Andenländern. Die Menschen haben sich auf Straßen und Plätzen versammelt, alles miteinander geteilt, was sie hatten, und darüber diskutiert, wie sie wirklich, wirklich leben wollen. Dabei sind die indianische Weltsicht und Spiritualität sehr stark in das Konzept eingegangen. Es wurde der Teil der Verfassungen in Ecuador (2008) sowie in Bolivien (2009). Seither wird es auch in der entwicklungspolitischen Szene und im zivilgesellschaftlichen Prozess in Europa diskutiert.

SUMAK KAWSAY lässt sich nicht oder nur unzureichend mit „Gutes Leben“ übersetzen. Es ist tief verbunden mit einer naturverbundenen Spiritualität, wie wir sie bei den indianischen Völkern beider Amerikas, aber auch in anderen Regionen der Welt finden. In der Essenz bedeutet es: Leben in Harmonie mit allem, was ist.

Und immer wieder geht es darum, alles zu vergessen, was wir je über Ökonomie gelernt haben und Ökonomie völlig neu zu denken. Was ist ein Bedürfnis? Was ist Wohlstand? Auf welche Art und Weise produzieren und handeln wir Waren? Die Grundfragen der Ökonomie. Es gilt, neue Antworten zu finden, die in die heutige Zeit passen. Das Wirtschaftssystem, wie wir es kennen, ist ein von Menschen gemachtes System – und kann – selbstverständlich! –  auch von Menschen geändert werden.

Eine neue, ethisch orientierte Ökonomie wäre von folgenden Prinzipien getragen:

Ökonomie dient dem Frieden.

Ökonomie dient der Freiheit.

Ökonomie dient dem Gemeinwohl.

Ökonomie unterstützt das lebendige Ökosystem der Erde und arbeitet mit diesem.

Die Firma „Neun Grad Fair & Spirit Trade“ will einen Beitrag für eine solche ethisch orientierte Ökonomie leisten.

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